
Originaltitel: The Moth Diaries
Übersetzer: Susanne Goga-Klinkenberg
Softcover, 313 Seiten
FJB, 2011
ISBN: 978-3-8414-2139-5
Beschreibung:
Als in Rebeccas Internat eine Schülerin vom Dach in den Tod stürzt, breitet sich die Angst aus. Ihre Freundin Lucy zieht sich immer mehr aus der Wirklichkeit zurück Hat die rätselhafte Ernessa mit alledem zu tun, die neu auf die Schule gekommen ist und um die sich dunkle Gerüchte ranken? Rebecca wird immer verstörter. Realität und Phantasie verschwimmen, und eine schreckliche Wahrheit kommt ans Licht - steht sie in ihrem Tagebuch?
Erste Sätze:
Meine Mutter setzte mich um zwei ab. Praktisch alle sind wieder da. Außer Lucy. Ich kann es gar nicht erwarten, dass sie kommt, dann können wir gemeinsam auspacken.
Meine Meinung:
Rebecca kehrt nach den Sommerferien in ihr Internat zurück und freut sich darauf das kommende Schuljahr mit ihrer besten Freundin Lucy verbringen zu können. Doch dann taucht die neue Schülerin Ernessa auf und alles läuft anderes, als Rebecca es sich ausgemalt hat. Ernessa und Lucy freunden sich an, doch was hat Ernessa wirklich vor? Rebecca wird misstrauisch und dann stürzt auch noch eine Schülerin tödlich vom Dach - direkt oberhalb Ernessas Zimmer. Was ist wirklich passiert?
Abgesehen von einem fiktiven Vor- und Nachwort ist das Buch komplett als Rebeccas Tagebuch geschrieben und spielt etwa in den 60er Jahren in Amerika. Sowohl die Form, auch wenn sie in der Beschreibung angedeutet wird, als auch die zeitliche Einordnung haben mich anfangs überrascht und auch irritiert.
Durch die gewählte Form erlebt der Leser die ganzen Ereignisse auch nur aus Rebeccas Sicht, was zwar einerseits einen gewissen Reiz bietet, weil es ein unmittelbaren Eindruck von deren Gefühlen und Gedanken vermittelt. Aber auf der anderen Seite ist es auch entsprechend einseitig und ich wusste nie, was sich nun wirklich ereignet hat und was Rebecca nur vermutet oder sich nur einbildet.
Womit wir auch zu dem kommen, was mich bei dem Buch am meisten gestört hat. Es liefert nicht wirklich Antworten, sondern stellt nur viele Fragen. Und ich fühlte mich einfach nur verwirrt und konnte mich nicht entscheiden, was nun wirklich wahr ist und was nur Rebeccas Psychose entsprungen ist. Dazu kommt, dass ich mit den vielen genannten Buchtiteln und Inhalten, auf die sich Rebecca oft bezieht - besonders "Carmilla" nichts anfangen konnte und vielleicht deswegen auch nicht nachvollziehen konnte, wie sie auf ihre "Ernessa ist ein Vampir"-Idee kam.
Von Rebecca selbst hab ich das ganze Buch über keinen klaren Eindruck bekommen. Sie schwankt in ihren Einschätzungen schnell von Liebe zu Hass und zurück, wirkt dabei anspruchsvoll-arrogant-eingebildet und alles andere als sympathisch.
Insgesamt hatte ich das Gefühl schlicht und einfach das Buch und seine Botschaft nicht verstanden zu haben. Ich konnte einfach in weiten Teilen nicht mal in Ansätzen nachvollziehen, wie Rebecca auf ihre Ideen kam und da das Buch nun mal zu großen Teilen auf ihren Gedankengängen basiert, war das unpraktisch. Aber ich kann mir gut vorstellen, dass jemand, der diese Gedanken besser verstehen kann, von dem Buch begeistert sein wird. Oder allein auch schon besser mit der gewählten Erzählform klar kommt, denn ich glaube mir hätte die Handlung erzählt von einer dritten Person besser gefallen.
Übrigens wurde das Buch auch unter dem Titel "The Moth Diaries" verfilmt, mit Lily Cole als Ernessa und Sarah Bolger als Rebecca. Hier ist ein Video-Interview mit Lily Cole, in dem auch eine kleine Szene aus dem Film gezeigt wird - und zumindest diese ist nach an der Buchvorlage.
Vor 35 Minuten
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