
Originaltitel: Death at La Fenice
Übersetzer: Monika Elwenspoeck
Taschenbuch, 346 Seiten
Diogenes, 1993
ISBN: 3-257-2780-9
Band 1 der Brunetti-Reihe
Beschreibung:
Skandal in Venedigs Opernhaus La Fenice; In der Pause vor dem letzten Akt der " Traviata" wird der deutsche Stardirigent Helmut Wellauer tot aufgefunden. In seiner Garderobe riecht es unverkennbar nach Bittermandel - Zyankali. Ein großer Verlust für die Musikwelt und ein heikler Fall für Commissario Guido Brunetti. Dessen Ermittlungen bringen Dinge an den Tag, wonach einige Leute allen Grund gehabt hätten, den Maestro unter die Erde zu bringen. Der Commissario entdeckt nach und nach einen wahren Teufelskreis aus Ressentiments, Verworfenheit und Rache.
Erste Sätze:
Der dritte Gong tönte diskret durch die Foyers und Bars des Teatro La Fenice und rief zum letzten Akt der Oper. Zigaretten wurden ausgedrückt, Gläser leergetrunken, Gespräche beendet, und langsam drängte das Publikum zurück ins Theater. Der zwischen den Akten hellerleuchtete Saal war erfüllt von gedämpftem Stimmengewirr.
Meine Meinung:
Während der Pause einer Opernaufführung wird der weltweit bekannte Dirigent tot in seiner Garderobe aufgefunden. Ein Fall, der viel Aufmerksamkeit erregt und entsprechend groß ist auch der Druck auf die Polizei einen Täter zu finden. Commissario Brunetti, der mit den Ermittlungen beauftragt ist, hat auch schon bald eine Vielzahl von Verdächtigen. Doch wer von ihnen wäre wirklich zu diesem Mord fähig?
Ich hab das Buch im Rahmen der zweite Chance-Challenge gelesen und konnte mich vorher an nichts mehr von dem Inhalt lösen. Trotzdem war ich mir sehr früh über wichtige Bestandteile des Tathergangs und der Motivation sehr sicher und fand es ziemlich schade, dass Brunetti scheinbar diesen Gedanken erst sehr spät in Betracht zieht.
Aber andererseits erfährt man auch nie viel von Brunettis Gedanken. Man begleitet ihn zwar zu verschiedenen Befragungen von Zeugen, Angehörigen und Tatverdächtigen und hört den Dialogen zu, aber über Brunettis Erkenntnisse erfährt man nicht viel. Der Leser muss also sozusagen selbst ermitteln, kann das aber nur in die Richtungen, in die auch Brunetti ermitteln - ohne wirklich nachvollziehen zu können, wieso. Rückblickend mit dem Wissen am Schluss ergibt zwar vieles einen Sinn, aber zwischendrin hätte ich mir schon mehrmals gewünscht mehr von Brunettis Gedanken und Empfindungen zu erfahren.
Ich hatte nie das Gefühl ihn kennen zu lernen. Zumindest nicht den Commissario, der mir am Ende noch nahezu genauso fremd war wie am Anfang des Romans. Eher schon den Privatmensch Brunetti, der mit seiner Frau Wein trinkt, den Kindern Monopoly spielt und eine Abneigung gegen seinen Schwiegervater hat.
Insgesamt war der Krimi nicht vollkommen unspannend, aber ich hatte auch nie Probleme die Lektüre zu unterbrechen. Und dass ich mit meiner frühen Lösung richtig lag, war auch eher enttäuschend. Keine Ahnung, was mich da bei dem ersten Lesen vor mehr als einem Jahrzehnt so begeistert hat. Ich habe den zweiten Band der Reihe auch hier und werde den auch sicher lesen. Aber wenn er mir nicht besser gefällt, werde ich danach wohl die Reihe abbrechen. Zumindest der erste Band ist mir da doch zu sehr durchschnittliche Krimi-Lektüre, um weitere 18 Bände zu lesen, falls sie das gleiche Niveau haben.
Vor 27 Minuten

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