
Originaltitel: The Tea Rose
Übersetzer: Angelika Felenda
Hardcover, 684 Seiten
Weltbild, 2007
ISBN: 978-3-8289-9012-8
Band 1 der Teerosen-Trilogie
Beschreibung:
London 1888, eine Stadt im Aufbruch: Während in den Gassen von Whitechapel das Laster blüht, träumt die 17jährige Fiona von einer besseren Zukunft. Als Packerin in einer Teefabrik beweist die junge Frau ihr Gespür für Tee, für seinen warmen, intensiven, betörenden Duft, für die köstlichen Sorten und exotischsten Mischungen. Doch dann muss Fiona ihren Verlobten Joe verlassen und sich im New York der Jahrhundertwende eine Existenz aufbauen.
Erste Sätze:
Polly Nichols, eine Hure aus Whitechapel, war dem Gin zutiefst dankbar. Gin half ihr. Er kurierte sie. Er nahm ihr den Hunger und vertrieb die Kälte aus den Knochen.
Meine Meinung:
Fiona wächst in London als Tochter eines Deckarbeiters auf, in ständigem Kampf gegen die drohende Armut. Doch gemeinsam mit ihrem besten Freund Joe träumt sie von einem Laden, der ihnen beiden gehören wird und der sie aus der Armut von Whitechapel befreien wird. Doch dann stirbt Fionas Vater und Joe schwängert ein anderes Mädchen, welches er dann auch heiraten muss und Fiona flieht vor ihrem Kummer und ihrer Verzweiflung nach New York, wo sie einen Onkel hat. Doch dort angekommen, muss sie feststellen, dass ihre Vorstellungen von New York von der Realität weit entfernt sind. Doch Fiona lässt sich nicht entmutigen.
Es ist bestimmt nicht realistisch, was Fiona innerhalb weniger Jahre passiert und wie viel Glück und passende Zufälle es immer gibt, wenn sie es genau braucht. Da entfernt sich die Autorin weit von dem, was für das ausgehende 19 Jahrhundert glaubhaft gewesen wäre. Schon allein die Art wie Fiona zu ihrer Schiffspassage nach New York bekommt, ist vollkommen an den Haaren herbeigezogen.
Ganz zu schweigen von dem Handlungsfaden und besonders der Auflösung um Jack the Ripper, die eindeutig zu viel des Guten war. Auf diese Handlung hätte ich wirklich verzichten können und hatte da den Eindruck, dass sie nur wegen des berühmten Namens eingebunden wurde,
Doch dafür gelingt es der Autorin sehr gut die Atmosphäre des Aufbruchs und Wandel der damaligen Zeit sowohl in London als auch in New York mit all ihren positiven (Bau der ersten U-Bahn, Einführung der Gewerkschaften) und negativen (Armut, Ausbeutung, Syphilis) lebhaft und überzeugend darzustellen. Und auch die Klassenunterschiede mit all ihrer Bedeutung werden schön und glaubhaft verdeutlicht.
Es ist kein stilistisch besonders hochwertiger Roman, aber ein gut zu lesender, sehr atmosphärischer historischer Roman. Zu viele Zufälle in der Handlung selbst, aber dafür die Epoche sehr schön dargestellt. Ich freu mich schon auf den zweiten Band der Trilogie, der sich auf einen Verwandten Fionas konzentriert - bei dem ich passender Weise während des Lesen des ersten Bandes auch schon dachte, dass seine Geschichte etwas zu kurz käme.
Vor 35 Minuten
2 Kommentare:
Von dem Buch habe ich schon öfter gehört, ich habe ihr Werk "Das Blut der Lilie" hier zu stehen, bisher noch ungelesen. Sollte mir das zusagen, werde ich aber auch mal zur Teerose greifen. Trotz deiner kleinen Kritikpunkte klingt es nämlich sehr ansprechend.
Liebe Grüße
Es ist auch wirklich schön. Und während dem Lesen hab ich zwar über die Leichtigkeit, mit der Fiona ihre Probleme immer lösen kann und dass immer ein Retter zur Hand ist, den Kopf geschüttelt, aber es ist nicht wirklich störend, eher amüsierend.
"Das Blut der Lilie" steht auch auf meiner Wunschliste.Ich hab irgendwo mal eine Leseprobe gelesen, die war gut.
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