Freitag, 20. Januar 2012

Kai Meyer: Die Fließende Königin



Taschenbuch, 272 Seiten
Carlsen, 2012
ISBN: 978-3-551-35910-0
Band 1 der Merle-Trilogie

Beschreibung:
Merles Welt ist voller Magie. In einem Venedig, in dem die Zauberei nie gestorben ist, flüstert jedermann von der Fließenden Königin - doch nur Merle gewinnt ihre Freundschaft. Als die Mächte des Bösen das phantastische Wesen jagen, entbrennt im Labyrinth der dunklen Gassen und Kanäle ein abenteuerlicher Kampf. Doch dann bricht der Boden auf, Flammen schlagen himmelhoch und etwas Unbeschreibliches steigt aus der Erde empor.

Erste Sätze:
Die Gondel mit den beiden Mädchen kam aus einem der Seitenkanäle. Sie musste warten, bis die Rennboote auf dem Canal Grande vorüber waren, und selbst Minuten danach herrschte immer noch ein solches Durcheinander von Kähnen und Dampfbooten, dass der Gondoliere es vorzog, sich zu gedulden. " Es geht gleich weiter", rief er den Mädchen zu und umklammerte mit beiden Händen sein Ruder.

Meine Meinung:
Merle ist ein Waisenkind in Venedig und wird als Lehrling zu dem Spiegelmacher Arcimboldo geschickt. Doch dies ist nicht das mittelalterliche Venedig, dass wir alle kennen. In dieser Version beherrscht das Pharaonenreich fast die ganze Welt und belagert seit Jahrzehnten Venedig. Nur mit der Hilfe der Fließenden Königin konnte die Stadt bisher selbstständig bleiben. Doch nun wirken Kräfte aus dem Innern auf eine Niederlage hin und sie haben einen Weg gefunden die Fließende Königin zu vernichten. Nur Merle und Serafin, der Lehrling aus der Weberei gegenüber, mit dem sie in einen Nachbarschaftsstreit verwickelt sind, können das Schicksal Venedigs noch ändern.

Kai Meyers Schreibstil ist toll und man wird sofort in die Geschichte um Merle hineingezogen. Gerade weil der Autor es geschickt versteht genau so viel Informationen über Merle und ihre Welt zu geben, dass man der Handlung problemlos folgen kann, aber trotzdem eigene Theorien entwickeln kann. Und die Welt, die er hier um Merle und Venedig geschaffen hat, ist einfach großartig.

Die Handlung selbst beginnt im wahrsten Sinne des Wortes fantastisch und macht einen unheimlich neugierig mit vielen Andeutungen. Leider bleibt es bei vielen Handlungsfäden auch so, denn sie werden bis zum Schluss nicht beendet, sondern wohl erst in den folgenden Bändern wieder aufgegriffen. Überhaupt finde ich, dass dem Buch ein runder Schluss fehlt, es endet halt einfach so mitten in der Handlung ohne dass ein Handlungsbogen wirklich beendet wurde.

Insgesamt bin ich mir ziemlich sicher, dass die Trilogie als Komplettwerk gesehen großartig ist. Zumindest wenn die anderen beiden Bände das Niveau halten können. Aber der erste Band für sich gesehen wirkt nur wie ein Einführung in Merles Welt und eine Vorbereitung auf das was noch kommt. Es fühlt sich nicht an, wie der erste Band einer Trilogie, sondern das erste Drittel eines Buches. Natürlich merkt man dem Buch an, dass es für Jüngere (die offizielle Altersempfehlung ist ab 12 Jahre) geschrieben ist, aber gestört hat es mich keinen Moment.

3 Kommentare:

MelMel hat gesagt…

Schöne Rezi :)
Ich habe die Bücher geschenkt bekommen, als ich gerade im empfohlenen Alter war (damals, vor langer langer Zeit ;) ) und ich weiß noch, dass ich die ganze Reihe gefühlte 1000 Mal gelesen habe, so toll fand ich sie :) Bin schon gespannt, was du von den Folgebänden hälst; ich kann dir auf jeden Fall versichern, dass sie nicht abbauen - im Gegenteil! ;)

Mailin hat gesagt…

Gut zu wissen :) Dann freu ich mich schon jetzt drauf sie zu lesen.

muselmu hat gesagt…

Oooh, das war damals mein erster Kai Meyer Roman, den ich geschenkt bekommen bekam und den ich verschlungen habe. Eine tolle Trilogie, die ich unbedingt auch mal wieder lesen müsste...
Liebe Grüße, muselmu :-)